Mein Weg zur Kampfkunst

Mit 12 Jahren interessierte ich mich erstmals für Karate und Kung Fu und meldete mich bei einer Schule an.

Gleich in der ersten Stunde machten wir gegen Ende des Trainings freies Kumite (jap.: Kampfschule).

Hier stand ich einem "Grüngurt" gegenüber.
In meiner Unbefangenheit versuchte ich eine Technik, die wir im Training gerade gelernt hatten, einen "Fußfeger".

Der Erfolg war unerwartet heftig.
Mein Gegenüber fiel tatsächlich auf den Hintern, und jagte mich wütend daraufhin durch die ganze Halle, ohne dass der "Meister" eingriff.
Da war meine Lust, Karate zu üben, schon etwas abgekühlt.
Das Training war sehr auf Drill und Härte ausgerichtet.
Wir sollten Kniebeugen mit einem Mitschüler auf den Schultern machen
oder wir mussten uns in einer Reihe aufstellen, und der Lehrer boxte uns im vorbeigehen in den Bauch, um unsere Bauchmuskeln zu prüfen.
Diese zwei Beispiele waren typisch für die Art des Unterrichtes.
Damals dachte ich wohl, so wird Karate trainiert und machte erst mal mit,
obgleich ich immer weniger Gefallen an diesen Praktiken fand, sodass ich mich letztendlich abmeldete.

12 Jahre später machte ich mich noch einmal auf den Weg zur Erlernung der Kampfkunst.

Auf eine Anzeige hin, in der es hieß:

"Karate für Individualisten"

lernte ich im April 1987 das Isshinryu Karate kennen.

Nicht in einer großen Sporthalle,
sondern in einem kleinen Raum im Keller eines Gewerbekomplexes in Mannheim fand das Training statt.
Die Gruppe bestand aus dem Lehrer, einem Freund von ihm und dessen Freundin,
sowie zwei Interessenten (einer davon war ich).

Doch diesmal war der Unterricht geprägt von Respekt und Wertschöpfung.
Mein Lehrer (Rüdiger Dahm) vermittelte, dass der äußere Kampf ein Zugang ist zum inneren Kampf und dass wir diesen einen Kampf verstehen und gewinnen sollten, wollen wir im äußeren Handeln Frieden finden.